Gedanken zum aktuellen Predigtwort

Das Predigtwort für Sonntag Judika am 29. März 2020
steht im Brief an die Hebräer 13,12-14

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

 

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Was ist im Leben wichtig und worauf richten sich unsere Blicke. Oft genug auf das, was wir haben und was wir sind. Auf das, was das Leben ausmacht. Und ich spüre, dass ich das, was ich habe festhalten möchte. Mein Glück genauso wie das, was mir das Leben schwer macht oder schwer gemacht hat. Alles gehört zu meinem Leben dazu. Und genau das kenne ich. Genau dafür bin ich auch dankbar. Und genau darüber kann ich hadern und mich auch darüber auseinandersetzen – auch mit Gott. Und doch: es ist mir vertraut.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Die Welt steht nicht still. Lässt das Vertraute nicht festhalten. Unerwartetes geschieht. Die Welt verändert sich und mit ihr unser Leben. Das eigene Leben kann aus der Bahn geworfen werden. Oder es kann eine glückliche Wendung nehmen.

Die Zukunft ist offen. Unvertraut und unsicher. Anders als wir sie kennen, manchmal anders als wir sie erwarten, erhoffen und wünschen.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Die Karwoche ist nicht mehr weit. Jesu Blick auf seine Zukunft. Anders als er es sich gewünscht hat. Der Abschied, der Schmerz, der Tod lag vor ihm. In der Passionsgeschichte scheint es auf. Vielleicht hätte er auch gerne am Vertrauten festgehalten. Doch er hat sein Leben in Gottes Willen gelegt.

Seine Zukunft führte in die Dunkelheit. In die tiefste Dunkelheit des Todes.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Seine Zukunft führte ihn durch den Tod hindurch. In eine neue Wirklichkeit, die jenseits unseres Begreifens liegt. Gottes Wirklichkeit.

Jesus Christus öffnet die Tür in diese Wirklichkeit. Das Licht von Gottes Welt scheint heraus – in unsre Welt, dass wir Hoffnung haben. Hoffnung für unsere Welt, Hoffnung für unser Leben. Hoffnung für alles was kommen mag. Gott ist dabei.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Amen

 Pfarrerin Uta Lehner